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Autor: helvisa

Erstellt am: 17.06.2018

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Ikarusfaktor



Geschrieben von:   helvisa




Der Autor hat folgende Stimmungen für sein Werk angegeben:
melancholisch
traurig



Fort von hier. Was soll es bringen?
Hoch und nieder gehen die Schwingen.
Hoch und nieder, auf und ab
Bringen näher mich zum Grab.
Flieg Ikarus! Flieg, bleib hinter mir!
Ich beschwöre dich und sage dir:
Bleib auf dem Weg, bleib angepasst.
Sei artig, niemals eine Last.
Höre mich, flieg nicht zum Meer!
Die Gischt macht nur die Flügel schwer.
Flieg nicht zur Sonne, flieg nicht hoch!
Sonst schmilzt der Wachs, das wär dein Tod.
Der Vater sprichts und reicht die Flügel.
Das Kind lernt fliegen, entkommt dem Übel.
Doch der grade Weg ist nicht der seine.
Der grade Weg ist nicht der meine.
Ikarus fliegt frei, nutzt seine Freiheit aus.
Er fliegt frei, zur Sonne, hoch hinaus.
Er fliegt frei, weil er es will, weil er es muss.
Er kann gar nicht anders, denn er ist Ikarus!
Keine Begrenzungen, keine Konventionen,
Selbst im Innern schweigen die Dämonen.
Nur er, die Freiheit und der Wind.
Nichts anderes fühlt er, fliegt geschwind.
Stark ist der Drang, die Gier, sein Wille,
Die Stimmen schweigen, es herrscht Stille.
Er muss frei fliegen, nur diesem gilt sein Streben.
Er muss frei fliegen, nur das ist Leben!
Es ist bekannt, der Flug war kurz.
Es ist bekannt, das kam sein Sturz.
Im Rausch des Flugs die Gefahr übersehen.
Der Preis der Freiheit war sein Leben.
Daidalos, das war der Preis für deine Freiheit!
Der Preis: sein Tod und dann dein Leid.
Aus der Gefangenschaft entkommen,
Wurde dir das Liebste dann genommen.
Dein Kind ist tot. War es das wert?
Was ists, dass die Geschichte lehrt?
Leichtsinn? Bloßer Freiheitsdrang?
Was ists, dass ich draus lernen kann?
Welcher Preis ist fürs Freisein legitim?
Welcher gibt Freiheit einen Sinn?
Jeder. Selbst Verlust und selbst das Leben.
Für Freiheit ist jeder Preis zu geben.
Auch, wenn das Freisein nur einen Flug währt,
Auch wenn Gram einen das Leben lang verzehrt.